BEG Förderprogramm der Heiztechnik & Voraussetzungen

In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie eine BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) beim BAFA für die neue Heizung seit dem 02.01.2021 beantragen können. Ihnen wird Schritt für Schritt erklärt, was es zu beachten gibt, um die Förderung zu erhalten.

Was gibt es vor der Beantragung der Förderung zu beachten? Erhalten Sie die wichtigsten Informationen zum Förderprogramm „BEG Einzelmaßnahmen Heizung“ seit 2021.

Warum hat sich die Förderung für Gebäude geändert?

Die Bundesregierung hat Ende des Jahres 2019 ein Gesetz zum Klimaschutzprogramm 2030 verabschiedet. Die Eckpunkte dieses Programms beschreiben die Herausforderungen der Klimafrage und sollen die Potentiale für einen geeigneten Klimaschutz in Deutschland aufzeigen. Der Gebäudesektor ist einer von weiteren Sektoren, der durch Erneuerungen umgestaltet werden wird. Eine Neuausrichtung in der Auslegung und Beantragung einer Förderung beim BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) und der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) ist das Resultat.

Wer ist für eine BEG Förderung antragsberechtigt?

Steht Ihnen eine Förderung zu? Bevor Sie sich mit den Konditionen einer Förderung auseinandersetzen, prüfen Sie, ob Sie zum Adressatenkreis gehören. Antragsberechtigt sind folgend:

  • Privatpersonen
  • Wohnungseigentümergemeinschaften
  • freiberuflich Tätige
  • Contractoren
  • Kommunen, kommunale Gebietskörperschaften und Zweckverbände
  • Unternehmen
  • gemeinnützige Organisationen oder Genossenschaften

Nicht antragsberechtigt sind der Bund, die Bundesländer und deren Einrichtungen, sowie politische Parteien.

Je Wohneinheit können förderfähige Kosten in Höhe von max. 60.000 € für einen Zuschuss pro Kalenderjahr verwendet werden.

Welche Heizungen fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in der BEG?

Die Höhe für einen Zuschuss reicht von 20 % für eine Gas-Brennwertheizung „renewable ready“ bis zu 45 % durch die Austauschprämie für Ölheizungen mit der Nutzung von 100 Prozent regenerativer Energie. Ist es Sinnvoll einen Energieberater hinzuzuziehen? Obwohl die Einbindung eines Energieberaters zur Zeit nicht verbindlich ist, kann Sie dieser bei der Beantragung unterstützen.

Das BAFA fördert die Heizungsmodernisierung, solange teilweise oder ganz auf erneuerbare Energien gesetzt wird. Sie haben also je nach Gegebenheiten vor Ort und Art des Hauses einige Möglichkeiten.

Gibt es eine BEG Förderung für Solarthermieanlagen?

Liegt die Immobilie in einer sonnigen Region Deutschlands, lohnt es über eine Solarthermieanlage nachzudenken. Bedenken Sie jedoch, dass dafür eine südliche Dachausrichtung, möglichst ohne jegliche Verschattung vorhanden sein sollte.

Wo scheint in Deutschland mehr Sonne. Die Karte der Globalstrahlung in Deutschland von 2019 verschafft einen Überblick.

Ist das Dach für eine solarthermische Anlage geeignet, können Sie eine Förderung für Solarthermie in Höhe von 30 % erhalten. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie eine vorhandene Solaranlage erweitern oder neu errichten.

In der Liste der förderfähigen Kollektoren und Solaranlagen können Sie nachschauen, ob die angebotene Anlage enthalten ist. Solange Komponenten in dieser Liste beg_solarthermie_anlagenliste.pdf (Dies ist ein pdf-Dokument des BAFA) enthalten sind, können diese gefördert werden.

Bevor Sie die ganzen 44 Seiten lesen, drücken Sie auf Ihrer Tastatur entweder strg+f (global) oder cmd+f (mac). Dort geben Sie die Typenbezeichnung des Kollektors ein und nutzen die Suchfunktion.

Anforderungen und Fördervoraussetzung für Solarthermieanlagen im Gebäudebestand

Die Solaranlage muss über das europäische Zertifizierungszeichen Solar Keymark verfügen. Ein jährlicher Kollektorertrag von mindestens 525 kwh/m2 kann durch das entsprechende Solar Keymark Datenblatt nachgewiesen werden.

Auf dem linken Bild sind Rohrenkollektoren, auf dem rechten Bild Flachkollektoren einer Solarthermie-Anlage abgebildet.

Des Weiteren sollte die Anlage mit mehr als 50 % der erzeugten Wärme mindestens einem der nachfolgenden Zwecke dienen:

  • Warmwasserbereitung
  • Raumheizung,
  • kombinierte Warmwasserbereitung und Raumheizung,
  • solare Kälteerzeugung,
  • die Zuführung der Wärme und/oder Kälte in ein Wärme- und/oder Kältenetz

Diese BEG Förderung beim BAFA gibt es für Pellet- und Holzheizungen​

Moderne Biomasseheizungen leisten einen entscheidenden Beitrag zur Reduzierung des Treibhauseffekts. Denn der Brennstoff für die Holzheizung ist meist eine heimische Energie und dazu noch ein nachwachsender Rohstoff.

Diese Öko-Heizungen mit Holzfeuerung und ab einer Nennwärmeleistung von 5 kW zur thermischen Nutzung können durch das BAFA gefördert werden:

  • Kesseln zur Verbrennung von Biomassepellets und –hackschnitzeln (Pufferspeicher-Volumen mindestens 30 Liter je kW Nennwärmeleistung)
  • Pelletöfen mit Wassertasche
  • Kombinationskesseln zur Verbrennung von Biomassepellets bzw. Hackschnitzeln und Scheitholz
  • sowie besonders emissionsarme Scheitholzvergaserkessel ((Pufferspeicher-Volumen mindestens 55 Liter je kW Nennwärmeleistung)

Befindet sich die angebotene Biomasse-Heizung in der Liste der förderfähigen Anlagen, beträgt die Förderung 35 % der Gesamtinvestition.

Passt eine Wärmepumpe zu Ihrem Haus?​

Wärmepumpen funktionieren vereinfacht gesagt vom physikalischen Grundprinzip wie Kühlschränke. Durch den Einsatz von Strom wird Wärme auf ein höheres Temperaturniveau angehoben.

Ein zirkulierendes Kältemittel entzieht der Umgebung (Luft, Erdreich) Wärme und lässt diese Verdampfen. Durch einen Verdichter wird das dampfförmige Mittel komprimiert. Dadurch entsteht eine erhöhte Temperatur, welche dem Heizsystem zugeführt und genutzt werden kann.

Ist eine Wärmepumpe für jedes Haus die richtige Wahle? Ob eine Wärmepumpe die richtige Technologie für Ihr Haus ist, sollte vorab geprüft werden.

Entscheidend ist, dass das Heizsystem für die Immobilie geeignet ist. Und obwohl die Fördersätze sehr attraktiv sind, ist der Einbau einer Wärmepumpe nur dann zu empfehlen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Gute Bedingungen sind unter anderem:

eine bereits energetisch ertüchtigte Gebäudehülle
eine Wärmeübertragung über Fußbodenheizung
Denn hat die Immobilie eine zu hohe Heizlast, wird das Haus gegebenenfalls mit Strom beheizt. Das ist unbedingt zu vermeiden, vor allem dann, wenn der Strom nicht aus regenerativen Energien stammt.

Bei Ihnen sind die Voraussetzungen ideal? Prüfen Sie, ob die angebotene Wärmepumpe in der Liste der förderfähigen Anlagen ist.

Wie hoch ist die Förderung für effiziente Wärmepumpen?

Sobald alle Mindestanforderungen eingehalten sind, können Sie einen Zuschuss in Höhe von 35 % für Ihre Wärmepumpe inkl. Nebenarbeiten erhalten.

Im Gebäudebestand sind zusätzlich diese Voraussetzungen vorgeschrieben und durch ein entsprechendes Angebot und Berechnungsunterlagen bei Aufforderung nachzuweisen:

  • Installation mindestens eines Wärmemengenzählers
  • Einbau eines Stromzählers (bei elektrisch betriebenen Wärmepumpen)
  • Einbindung eines Gaszählers (bei gasbetriebenen Wärmepumpen)
  • Durchführung des hydraulischen Abgleichs der Heizungsanlage
  • Anpassung der Heizkurve an das entsprechende Gebäude

Bei Wärmepumpen mit neuer Erdsondenbohrung muss eine verschuldensunabhängige Versicherung gegen unvorhergesehene Sachschäden abgeschlossen werden und die Bohrfirma nach DVGW zertifiziert sein.
Die Jahresarbeitszahl lässt sich für fachkundige oder interessierte Personen mit dem JAZ-Rechner ermitteln.

Ist das Nachbargrundstück in unmittelbarer Nähe müssen Sie sich Gedanken um Schallemissionen machen. Der Schall-Rechner vom Bundesverband Wärmepumpe e-V. unterstützt Sie bei Beurteilung der Lärmimmissionen und gibt Handlungsempfehlungen.

Was ist eine Hybridheizung & welche Förderung gibt es?

Hybridheizungen kombinieren mehrere Technologien miteinander und werden über eine gemeinsame Steuerungs- und Regelungstechnik geregelt.

Das bedeutet konkret, dass entweder zwei Technologien auf Basis regenerativer Energien oder eine Gas-Brennwertheizung mit einer erneuerbaren Heiztechnik miteinander kombiniert werden.

Eine Förderung in Höhe von 30 % auf die Gesamtinvestition inklusive Nebenarbeiten (Heizraummodernisierung) stehen Ihnen zu. Dafür sind die beschriebenen Voraussetzungen der oben genannten Technologien und die nachfolgende Ausführung einzuhalten.

Welche förderfähigen Hybridheizungen für den Gebäudebestand gibt es? Nachfolgend sind sinnvolle Kombinationen dargestellt:

  • Gas-Brennwertheizung mit heizungsunterstützender Solarthermie
  • Biomassenheizung mit Solarthermie
  • Gas-Brennwerttechnik mit Wärmepumpe (Luft/Wasser)
  • Brennwertheizung mit Wärmepumpe (Luft/Wasser) und Photovoltaik
  • Wärmepumpe mit Photovoltaik (PV – wird nicht beim BAFA gefördert)

Für Gas-Hybridheizungen müssen diese technischen Voraussetzungen für eine Förderung erfüllt sein:

  • die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz (ETA S) muss mindestens 92 % erreichen (Gas-Brennwertanlagen der heutigen Generation liegen in dem Bereich)
  • eine hybridfähige Steuerungs- und Regeltechnik muss installiert oder vorhanden sein
  • die Anlagen sind so zu realisieren, dass erneuerbare Energien im Gebäude oder in unmittelbarer Nähe zum versorgten Gebäude überwiegend zu Zwecken der Raumwärmeversorgung genutzt werden
  • der hydraulische Abgleich der Heizungsanlage
  • der regenerative Wärmeerzeuger einer Hybridheizung muss mind. 25 % der Heizlast des versorgten Gebäudes bedienen Informationen zur Berechnung finden Sie bei den technischen Mindestanforderungen unter 3.3.1.

Anzusetzende thermische Leistung:

  • Biomasse-Anlagen: Die thermische Leistung ist die geprüfte Nennwärmeleistung und kann direkt den Anlagenlisten entnommen werden, die auf den Internetseiten des BAFA abrufbar sind
  • Wärmepumpen-Anlagen: Maßgeblich ist die potenzielle Heizleistung bei der jeweils anzusetzenden Normaußentemperatur am Standort der Wärmepumpe und einer Vorlauftemperatur von 35 °C. Der Wert kann den technischen Unterlagen des jeweiligen Herstellers entnommen werden
  • Solarthermie-Anlagen: Zur Berechnung der Heizleistung einer Solarthermie-Anlage ist für alle Kollektortechnologien eine pauschale Kollektorleistung von 635 Watt pro m2 Bruttokollektorfläche anzusetzen

Was bedeutet „Gasheizung renewable ready“?

Gasbrennwertheizungen werden mit 20 % gefördert, wenn diese „renewable ready“ (bereit für erneuerbare Energien) sind. Das bedeutet, dass der Einbau einer Gasbrennwertheizung bereits die Einbindung z. B. einer Solarthermieanlage berücksichtigt. Ein Pufferspeicher und eine gemeinsame Steuerung müsste demnach bereits geplant und installiert werden.

Nachdem die neue Gasheizung in Betrieb genommen wurde, müssen Förderempfänger innerhalb von 48 Monaten das Heizsystem um z. B. Solarkollektoren ergänzen. Die Einhaltung der Anforderungen an Renewable Ready-Anlagen ist durch die Konzeptbeschreibung für die geplante Auslegung der Maßnahme (Feinplanung) zu dokumentieren und durch den Fachunternehmer zu bestätigen. Der Fördernehmer hat die Umsetzung der Hybridisierung innerhalb von zwei Jahren gerechnet ab dem Datum der Inbetriebnahme des Gas-Brennwertkessels nachzuweisen.

Austauschprämie für Ölheizungen (BEG Austauschprämie) – Wie und was wird gefördert?

Wird eine alte nicht austauschpflichtige Ölheizung auf ein hybrides Heizungssystem umgerüstet, werden 40 % an Förderung bereitgestellt. Sobald die Umrüstung komplett mit ökologischen Heiztechnologien geplant wird, beträgt der Zuschuss sogar 45 %. Hierbei wird sich vermutlich in den kommenden Jahren der Begriff „BEG Austauschprämie“ etablieren.

Welche Kosten werden bei einer Austauschprämie für die Ölheizung übernommen?

Folgende tatsächlich entstandene Kosten könnten für die Förderung u. a. angesetzt werden:

  • Erstellung eines Gasanschlusses für Gas-Brennwertkessel und Gas-Hybridheizungen
  • Anschaffungskosten für die neue Heizung
  • Kosten der Installation, Einstellung und Inbetriebnahme der neuen Heizung
  • notwendige Maßnahmen in unmittelbarem Zusammenhang mit der Installation und Inbetriebnahme
    der neuen Heizung
  • Deinstallation und Entsorgung der Altanlage inkl. ggf. Tanks
  • Optimierung des Heizungsverteilsystems (Anschaffung und Installation von Flächenheizkörpern, Verrohrung, Hydraulischer Abgleich, Einstellen der Heizkurve etc.)
  • notwendige Wanddurchbrüche
  • Erdbohrungen zur Erschließung der Wärmequelle bei Wärmepumpen
  • Schornsteinsanierung
  • Anschaffung und Installation von Speichern bzw. Pufferspeichern
  • Kosten für die Errichtung eines Staubabscheiders oder einer Einrichtung zur Brennwertnutzung bei Biomasseanlagen
  • Ausgaben für die Einbindung von Experten für die Fachplanung und Baubegleitung des Einbaus der geförderten Anlage

Die förderfähigen Kosten, die anerkannt werden können, sind begrenzt auf:

  • Immobilien und Gebäude können max. 60.000 Euro pro Wohneinheit anerkannt werden
  • Weiterführende Details für alle förderfähigen Heiztechnologien hält das BAFA in den technischen Mindestanforderungen für das Programm BEG EM (Einzelmaßnahmen) bereit.

BEG Förderung für Heizen mit erneuerbaren Energien ab 2021 im Überblick:

Förderung bei KfW und BAFA ab 2021 BAFA
Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
(Förderung in Prozent)
KfW
Kreditanstalt für Wiederaufbau
(Förderung in Prozent)
Heiztechnik
Gas-Brennwertheizung "renewable ready"
Vorbereitung zur Nachrüstung
z. B. einer solarthermischen Anlage
20 % X
Solarkollektoren 30 % X
Hybridheizung
z. B. Gas-Brennwert mit Luft-Wärmepumpe
(erneuerbarer Anteil muss mindesten 25 % betragen)
30 % X
Öko-Heizung
100 % regenerative Energien
z. B. Pelletkessel + Solarthermie
35 % X
Umrüstung Ölheizung auf Hybridheizung
"Austauschprämie"
z. B. Gas-Brennwert mit Solarthermieanlage
(erneuerbarer Anteil muss mindesten 25 % betragen)
40 % X
Umrüstung Ölheizung auf Öko-Heizung
100 % regenerativ
z. B. Wärmepumpe + Photovoltaik
(PV wird nicht über BAFA gefördert)
45 % X
Brennstoffzelle X gemäß KfW Programm 433
Öl-Brennwertheizung X X
Gas-Brennwertheizung X X