Bitte beachten: Heizungsmodernisierungen werden seit Januar 2020 über das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) bezuschusst. Wenn Sie mehr zu dem Thema erfahren möchten, können Sie sich in unserem Beitrag zur neuen Förderung beim BAFA und der KfW ab 2020 belesen.

Die Austauschpflicht alter Heizkessel wird in § 10 Nachrüstung bei Anlagen und Gebäuden der EnEV 2014 geregelt. Gemäß dieser Regelung dürfen Heizkessel, die vor dem 01.10.1978 eingebaut wurden, nicht mehr betrieben werden. Vielmehr heißt es, dass Altanlagen die nach dem 01.01.1985 eingebaut wurden, nach einer Lebensdauer von 30 Jahren nicht mehr betrieben werden dürfen.

Wurde ein Konstanttemperaturkessel im Jahr 1990 verbaut, so muss dieser 2020 ausgetauscht werden.

Ausgenommen von dieser Austauschpflicht sind Heizanlagen welche;

  • eine Nennleistung von unter 4 kW oder mehr als 400 kW haben
  • Heizkessel, welche ausschließlich der Warmwasseraufbereitung dienen
  • die Austauschpflicht bezieht sich nicht auf Eigentümer eines Gebäudes mit maximal zwei Wohneinheiten, welche bereits vor dem 01.02.2002 mindestens eine der Wohnungen selbst bewohnen.

Steht ein Eigentümerwechsel an und im Haus befindet sich ein austauschpflichtiger Kessel, dann hat der neue Immobilienbesitzer 48 Monate Zeit, den Kessel auf eine moderne Technologie umzurüsten.

Doch gibt es weitere wichtige Ausnahmen, die sich spürbar auf eine potentielle Förderung für die neue Heizung auswirken können.

Die Austauschpflicht bezieht sich hauptsächlich auf sogenannte Standardheizkessel. Diese Kessel werden auch Konstanttemperaturkessel genannt, da die Betriebstemperatur konstant auf einem hohen Temperaturniveau von 90° C im Vorlauf gehalten wird. Ohne ausreichende Dämmung dieser Kessel ergeben sich zusätzlich hohe Strahlungsverluste und dadurch im Vergleich sehr schlechte Nutzungsgrade von gerade einmal 55 – 70 %.

Eine Austauschpflicht besteht nicht, wenn die Heiztechnik bereits auf Niedertemperatur- oder Brennwerttechnologie basiert. Es wurden jedoch auch Konstanttemperaturkessel verbaut, welche durch die Nachrüstung einer Kesselsteuerung bzw. Witterungsführung (Außentemperaturfühler) auf Niedertemperaturtechnologie erweitert werden konnten. Aus diesem Grund lohnt es sich, bei einem vor Ort Termin mit dem Heizungsinstallateur die Nordseite des Hauses aufzusuchen, um am Dachunterschlag oder der Wand nach einem kleinen, meist weißen, Kasten zu suchen. Vor allem dann, wenn Unklarheit darüber besteht, ob der alte Kessel den Niedertemperaturkesseln einzuordnen ist oder eben nicht.

Ganz entscheidend ist zudem, dass § 10 der EnEV 2014 explizit auf Konstanttemperaturkessel abzielt, welche mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen betrieben werden, also Öl- und Gasheizungen. Im Ruhrgebiet beispielsweise befinden sich häufig Kohleöfen im Einsatz, die den Standardkesseln zuzuordnen sind, allerdings gemäß dem Gesetzestext nicht der Austauschpflicht unterliegen.

Welcher Zuschuss steht Ihnen nun bei einer Förderung für die Heizung zu?

Unter Berücksichtigung der geltenden Förderkriterien des BAFA können Ihnen die entstehenden Kosten mindestens mit 20 % oder maximal 45 % durch einen einmaligen Zuschuss gefördert werden. Kessel, welche unter die Austauschpflicht fallen, können nicht gefördert werden.

Beim Einbau einer neuen Heizung ist die Umsetzung des hydraulischen Abgleichs nach Verfahren A oder einer raumweisen Heizlastberechnung, auch Verfahren B genannt, durchzuführen.

Für welche Heiztechnologie kann welcher Fördersatz beim BAFA oder bei der KfW beantragt werden? Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick und soll bei der Beantragung der passenden Förderung für die neue Heizung behilflich sein.

Förderung bei KfW und BAFA ab 2020 BAFA
Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
(Förderung in Prozent)
KfW
Kreditanstalt für Wiederaufbau
(Förderung in Prozent)
Heiztechnik
Gas-Brennwertheizung "renewable ready"
Vorbereitung zur Nachrüstung
z. B. einer solarthermischen Anlage
20 % X
Solarkollektoren 30 % X
Hybridheizung
z. B. Gas-Brennwert mit Luft-Wärmepumpe
(erneuerbarer Anteil muss mindesten 25 % betragen)
30 % X
Öko-Heizung
100 % regenerative Energien
z. B. Pelletkessel + Solarthermie
35 % X
Umrüstung Ölheizung auf Hybridheizung
"Austauschprämie"
z. B. Gas-Brennwert mit Solarthermieanlage
(erneuerbarer Anteil muss mindesten 25 % betragen)
40 % X
Umrüstung Ölheizung auf Öko-Heizung
100 % regenerativ
z. B. Wärmepumpe + Photovoltaik
(PV wird nicht über BAFA gefördert)
45 % X
Brennstoffzelle X gemäß KfW Programm 433
Öl-Brennwertheizung X X
Gas-Brennwertheizung X X

Wenn Sie nicht sicher sind, welche Heizungsart bei Ihnen im Keller verbaut ist, können Sie wie folgt vorgehen:

  • Typenschild an der Heizung suchen und im Handbuch nach der Heizungsart schauen
  • Heizungshersteller kontaktieren und Auskunft anhand Typenbezeichnung geben lassen
  • Schornsteinfeger fragen, dieser müsste es im Zweifel immer wissen
  • Witterungsführung an der Nordseite des Hauses verbaut? (Niedertemperatur- oder Brennwerttechnologie)
  • Wandhängende Heiztherme (meistens Heizwert- oder Brennwerttechnologie)
  • Abgassystem aus Kunststoff? (vermutlich Brennwerttechnologie)

Kann die Frage dennoch nicht zweifelsfrei ohne Unterstützung geklärt werden, stehen wir Ihnen als Experten ebenfalls gerne zur Verfügung. Es gibt immer einen geeigneten Weg den Heiztypen zu bestimmen und dementsprechend das Maximum an Förderung für die neue Heizung zu beantragen.

Sofern ein Angebot in der engeren Auswahl vorliegt, können wir für Sie dank unserer kostenlosen Angebotsprüfung vor Beantragung der passenden Förderung prüfen, ob alle Förderkriterien eingehalten sind und mit welcher Zuschusshöhe Sie rechnen dürfen.

Davon abgesehen stehen wir Ihnen auch gerne während unserer telefonischen Beratungszeiten zur Verfügung.

Wir freuen uns auf Sie!