Der Fenstereinbau im Bestand oder im Neubau ist stets mit den Bauteilen der Gebäudehülle im Zusammenhang zu betrachten. Diese sorgen für einen wichtigen Wohlfühlfaktor, welchen wir als Behaglichkeit bezeichnen. Dabei sollten Fenster luft- und winddicht verbaut sein. Im Winter darf die Wärme von innen nicht verloren gehen, doch wie verhält es sich im Sommer? Diesen Aspekt gilt es genauestens zu betrachten. Denn ein sommerlicher Wärmeschutz und der Schutz vor Überhitzung ist ebenfalls für die Behaglichkeit sehr wichtig. Wer kann sich nicht an den Sommer 2018 erinnern?

Die persönlichen Vorlieben sind von Mensch zu Mensch verschieden. Die meisten Menschen fühlen sich im Sommer bei einer Raumtemperatur von ca. 24 °C am wohlsten. Außerdem fühlt sich der Mensch wohl, wenn die Füße warm sind und der Kopf kühl ist.

In Arbeitsräumen wird die Behaglichkeit anhand der Raumtemperatur festgelegt und ist in der Arbeitsstättenrichtlinie verankert. Es wurde eine maximale Raumtemperatur von 26 °C festgelegt, wenn die Außentemperatur bei max. 32 °C liegt.

Neben der Temperatur sind folgende wichtige Kriterien im Sommer zu betrachten:

  • vertikale Temperaturprofil
  • Zugluft
  • Fußbodentemperatur
  • Schwüle

Als Planer und Berater ist es unsere Aufgabe, auf die Auslegung der Fenster zum sommerlichen Wärmeschutz hinzuweisen. Dabei ist es nicht immer leicht, ein angemessenes Mittelmaß zu finden. Denn wer möchte schon auf eine ausreichend große Fensterfront verzichten?

Mit unserem Partner von Energy Building setzen wir auf zwei Verfahren bei der Berechnung. Zum einen ist es das vereinfachte Verfahren anhand der Sonneneintragskennwerte und zum weiteren die Simulationsrechnung. Mit diesen Verfahren können wir bereits in der Vorplanung Einfluss auf die Behaglichkeit nehmen.

Das vereinfachte Verfahren, also die Sonneneintragskennwerte beruht darauf, nachzuweisen, dass für einen Raum der vorhandene Sonneneintrag(skennwert) kleiner oder gleich dem zulässigen Sonneneintrag(skennwert) ist.

Der vorhandene Sonneneintragskennwert stellt einen Bezug der Fensterfläche zur Raumfläche dar. Dieser Nachweis kann anhand der energetischen Eigenschaften der Verglasung und der Verschattung, sowie der Ausrichtung der Fenster in einem Raum, geführt werden. Des Weiteren ist mit diesem Nachweis die Bewertung des tatsächlichen Sonnenenergieeintrags möglich. Ziel ist es, die sommerliche Übertemperaturen/Überhitzungen zu vermeiden.

Der Nachweis zum Verfahren der Sonneneintragskennwerte gewährleistet allerdings nicht die Einhaltung maximaler Temperaturen. Außerdem kann kein Nachweis zur Einhaltung der Arbeitsstättenrichtlinie geführt werden, da keine wahrhaftigen Grenztemperaturen ermittelt werden.

Der Nachweis wird mindestens für den kritischen Raum verlangt, also für den Raum, der zu den höchsten Anforderungen des sommerlichen Wärmeschutzes führt. Da dies nicht präzise ist, muss der Planer vorab selbst einschätzen, welcher Raum der kritische ist.

Die dynamisch-thermische Simulationsrechnung nach DIN 4108-2 weist in Abhängigkeit der Klimaregion nach, dass vorgegebene Übertemperaturgradstunden nicht überschritten werden. Diese Simulation lässt vor allem in kleinen Räumen mit hohem Glasanteil nachweisen, ob der sommerliche Wärmeschutz erfüllt ist und keine Überhitzung der Räume stattfindet.

Die Simulation wird aufgrund der Architektur der Gebäude im Neubaubereich immer notwendiger. Wird der Nachweis nicht erbracht, können bzw. müssen die Fenster in Ihrem Maß verkleinert werden oder mit Sonnenschutzvorrichtungen verschattet werden. Dabei spielen unterschiedliche Sonnenschutzvorrichtungen eine entscheidende Rolle. Ob innen- oder außenliegende Vorrichtungen in Form reflektierender Scheiben, Fensterläden, Rollläden, Jalousien oder Markisen. Es existiert eine Vielzahl von Möglichkeiten.

Bei der Fenstersanierung im Bestand sind notwendige Sonnenschutzvorrichtungen KfW-förderfähig. Hierbei sprechen wir über eine KfW Förderung für die neuen Fenster aus den Programmen 430 und 152 der KfW. Sprechen Sie uns bei Fragen zu diesen Themen gerne an.

Sollten Sie sich in Bezug auf eine potenzielle KfW Förderung unsicher sein, können Sie unsere kostenfreie Dienstleistung der Angebotsprüfung auf KfW Förderung aus den Gewerken Fenster, Heizung und Fassade nutzen.