Wie in dem Beitrag zum Thema der Fassadendämmung beschrieben, ist der „Dämmboom“ da und auch die gültigen Normen und Verordnungen lassen ein Haus ohne eine entsprechende Dämmung schlichtweg nicht mehr zu. Die Energiesparverordnung und die gesetzten Klimaziele erfordern energetisch hochwertige Häuser mit einer gedämmten Gebäudehülle. Energieplus-Häuser als KfW-Effizienzhaus 40 Plus werden immer stärker beworben.

Doch was sind die Folgen der Instandhaltung der Gebäude in 20 bis 30 Jahren - ob Neubau oder Bestand? Wie können die Dämmmaterialien sach- und fachgerecht entsorgt werden? Die Baubranche als größter Materialverbraucher und dementsprechend auch größter Abfallproduzent muss in diesem Bereich umdenken. Laut Statistischem Bundesamt wurden in Deutschland im Jahr 2009 ca. 129.000 Wohn- und Nichtwohngebäuden saniert.

Nach den Angaben vom Bundesbauministerium steht eine jährliche Sanierungsquote von 3 % aus, welches im Wohnungsbausektor ca. eine Million Sanierungen bedeuten würde.

Es geht nicht mehr „nur“ um eine hohe Energieeffizienz, sondern auch um klimaneutrale, ressourceneffizient Bauweisen mit Hilfe von z. B. nachwachsenden und recycelbaren Rohstoffen, welche weiterhin den Anforderungen an Schall- und Brandschutz einhalten müssen. Bei richtiger Planung ist auch hier eine KfW Förderung mit ökologischer Wärmedämmung möglich.

Hier ein kleiner Auszug der Naturdämmstoffe Flachs, Hanf, Zelluloseflocken:

Flachs

Flachs (Linum/Lein) ist eine Kulturpflanze, die bereits in der weiten Vergangenheit genutzt wurde. Die Flachsdämmplatten werden aus den Stängeln der Flachspflanze durch industrielle Prozesse hergestellt. Mittels Stärke als Klebstoff können die erzeugten Vliesbahnen verklebt werden. Dadurch sind auch größere Dämmplattenstärken in der Herstellung möglich.

Als Dämmplatte eignet sich Flachs besonders im Bauteil des Daches. Dort kann sie als Zwischensparrendämmung und Untersparrendämmung genutzt werden. Des Weiteren kann Flachs zur Außen-und Innendämmung von Außenwänden verwendet werden.

Durch die hohe Diffusionsoffenheit des Materials kann es vor allem im Bereich der Bestandssanierung eingesetzt werden. Die Wärmeleitfähigkeit beträgt 0,040-0,045 W/(mK). Dem gegenüber steht das mineralische WDV-System der Außenwand mit 0,032-0,035 W/(mK).

Hanf

Hanf ist ebenfalls eine alte Kulturpflanze, welche in den Produktionsprozessen aus den Stängeln der Hanfpflanze verarbeitet wird. Ähnlich der Flachsdämmung weist Hanf eine gute Wärmeleitfähigkeit von 0,040-0,045 W/(mK) auf. Mit der eingelagerten Kieselsäure im Material ist diese Dämmung besonders feuchtigkeitsbeständig und resistent gegen Fäule.

In der Anwendung kann diese als Zwischensparrendämmung oder Untersparrendämmung, sowie als Wanddämmung im Trockenbau und zur Trittschalldämmung von Decken eingesetzt werden. Aufgrund der geringen Materialfestigkeit der Dämmmatten sind diese nicht als Dämmmaterial im klassischen WDV-System möglich.

Zelluloseflocken

Zelluloseflocken stehen im Moment im Fokus der ökologischen Dämmstoffe.

Ein Grund dafür ist vor allem im Vergleich mit den konventionellen Isoliermaterialien, wie Mineralwolle oder Schaumdämmstoffen, die Betrachtung des günstigeren Preises und dementsprechend auch die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme. Die Wärmeleitfähigkeit von 0,040 - 0,045 W/(mK) hat sehr gute wärmedämmende Eigenschaften und bietet zugleich guten Schallschutz. Zelluloseflocken werden vielseitig eingesetzt. Ob loses Aufschütten auf das Bauteil (oberste Geschossdecke bei ungenutztem Spitzboden), offenes Aufblasen und hohlraumfüllendes Einblasen (Einblasdämmung in der zweischaligen Außenwand oder im Hohlraumboden der Geschossdecke etc.).

Abzüge in der Bewertung dieser Dämmstoffe gibt es vor allem beim Brandschutzverhalten. Alle hier dargestellten Dämmmaterialien gehören der Klasse B2 - normal entflammbar an. Während die Mineraldämmplatte der Klasse A1 (Euroklasse A1) - nicht brennbar angehört. Dies ist bei gewissen Gebäudekategorien und der jeweiligen Landesbauordnung notwendig. Weiterhin sind diese Materialien nicht zu 100 % recycelbar, wobei österreichische Hersteller diesen Weg bereits gefunden haben.

Wann wird es in diesem Bereich Erneuerung in Deutschland geben? Wir vom Förderfuchs hoffen ganz bald!

In unserem Artikel Die Fassadendämmung mit KfW Förderung informieren wir anhand eines Beispiels, wie sich eine KfW Förderung auf die energetische Sanierung der Fassade auswirken kann.